} Erstellung von Bestandskatalogen in öffentlichen Sammlungen herausragender Bedeutung
Förderung von Bestandskatalogen
Seit ihrer Gründung unterstützt die Ernst von Siemens Kunststiftung (EvSK) die Erstellung von Bestandskatalogen kunsthistorisch überregional bedeutsamer Sammlungen. Eigentlich ist es die „Königsdisziplin“ der Museumsarbeit, dennoch gelingt es den Häusern immer weniger, Personal und Mittel für die Erforschung und Dokumentation ihrer bedeutendsten Bestände bereitzustellen. Ohne fundierte Kataloge lassen sich aber keine Ausstellungen vorbereiten oder Forschungen durchführen. Zudem ermöglicht nur ein wissenschaftlich erfasster Bestand eine verantwortungsvolle Ankaufspolitik.
Die Kunststiftung hat bislang über 370 Bestandskataloge gefördert, darunter Schwergewichte wie den Zwölfeinhalbpfünder über den exquisiten Bestand der Graphischen Sammlung von Schloss Friedenstein in Gotha oder das sechsbändige Werkverzeichnis Henry van de Veldes aus der Klassik Stiftung Weimar.
Teilweise handelt es sich um Großprojekte, bei denen auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft oder die Wissenschaftsstiftungen, wie die Gerda Henkel Stiftung oder die VW Stiftung mitwirken. Beispiele solcher Projekte, die langjährige Forschungen zusammenfassen, sind die Erfassung der etwa 1.700 Objekte der Kunstkammer der Württembergischen Herzöge in Stuttgart oder die Dokumentation der Hinterglasbilder Heinrich Campendonks.
Die nicht formulierte Digitalstrategie der EvSK
Bestandskataloge sind heute nicht mehr ausschließlich gedruckte Werke. Immer mehr Museen setzen auf digitale Erfassungssysteme, die laufend ergänzbar und international zugänglich sind. Die Kunststiftung hat diese Entwicklung aktiv vorangetrieben – besonders beispielhaft durch Digital Benin, ein Projekt mit 131 weltweit verteilten Museen zur Erfassung und Kontextualisierung von 5.240 Objekten des ehemaligen Königreiches Benin. Die Kunststiftung unterstützte das Projekt mit 1,5 Millionen Euro als Alleinförder. Nach Abschluss des Projekts wird die Plattform durch eine zusätzliche Förderung der Mellon Foundation zu einem frei zugänglichen Open-Source-Werkzeug weiterentwickelt. 2023 wurde Digital Benin mit dem Apollo Award in der Kategorie „Digital Innovation of the Year" ausgezeichnet.
Ein Jahr später erhielt ein weiteres Digitalprojekt dieselbe Auszeichnung: The Royal Dresden Porcelain Collection. Der renommierte Apollo Award würdigt die beispielhafte digitale Erschließung und Präsentation der etwa 8.000 ostasiatischen Porzellane aus der Dresdner Sammlung Augusts des Starken – der bedeutendsten ihrer Art weltweit. Ähnlich vorbildlich sind die digitale Erschließung der Werke nach 1945 in der Neuen Nationalgalerie Berlin sowie des Nachlasses von John Heartfield im Archiv der Akademie der Künste Berlin. Die etwa 5.000 Objekte – zumeist konservatorisch äußerst fragile Collagen aus Fotos, Papier, Zeichnungen und Retuschen – ermöglichen durch ihre Digitalisierung eine schonende wissenschaftliche Nutzung. Das jüngste digitale Werkverzeichnis ist das Cranach Digital Archive. Die EvSK finanzierte die Erfassung von 300 Zeichnungen und malerischen Studien sowie 600 druckgraphischen Werken in 270 Abzügen. Die digitale Ressource ist ein Hybrid aus Bestandskatalog und Werkverzeichnis.
Diese erfolgreiche Bilanz zeigt: Die Kunststiftung hat ihre klassische Katalogförderung in eine international wahrgenommene, zukunftsgerichtete Digitalstrategie transformiert.
Publikationen
Publikationen fördert die Ernst von Siemens Kunststiftung in der Regel nicht. Die hier aufgeführten Publikationen sind ältere Projekte oder entstanden in direktem Zusammenhang mit Förderprojekten der Kunststiftung.
Goldschmiedekunst im Grünen Gewölbe. Die Werke des 16. bis 19. Jahrhunderts
Grünes Gewölbe Dresden} mehr
GLASPASTEN im Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg
Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg} mehr
I Disegni di Antonio e Piero del Pollaiolo - Corpus der italienischen Zeichnungen 1300-1500 (Band 16)
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Das Paradies auf Erden - Flämische Landschaften von Bruegel bis Rubens
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Gemäldegalerie Alte Meister} mehr
Die Sammlung von Maximilian von Goldschmidt-Rotschild
Museum Angewandte Kunst Frankfurt am Main} mehr
Hans Purrmann und Willibald Gänger - Ein Briefwechsel über die Kunst und Kultur der 1950er-Jahre
Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern} mehr
Die Aquarellkopien der Pompejanischen Wand- und Marmorbilder im Archäologischen Museum
Archäologisches Museum der Universität Halle-Wittenberg} mehr
Die Porträtminiaturen des Hauses Hessen, Teil I: Die Sammlung im Museum Schloss Fasanerie
Schloss Fasanerie, Kulturstiftung des Hauses Hessen} mehr
Schweizer Scheibenrisse - Von Renaissance bis Frühbarock
Staatliche Graphische Sammlung München, Pinakothek der Moderne} mehr









