JOHANN HEINRICH TISCHBEIN D.Ä.
Bildnis des Ernst Christoph Dreßler

Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig

Der Kasseler Hofmaler Johann Heinrich Tischbein d. Ä. war das bedeutendste Mitglied der hochbegabten, über vier Generationen reichenden Malerfamilie. Er war Mitbegründer und Lehrer für Malerei an der Kasseler Kunstakademie und ein wichtiger Protagonist des frühen Klassizismus in Deutschland. Aus seiner Hand stammt das bislang unbekannte Gemälde, die einzig überlieferte Darstellung des bedeutenden Musikers und Publizisten Ernst Christoph Dreßler. Der 1780 Porträtierte hält einen aus mehreren Seiten bestehenden Gelegenheitsdruck eines Frühlingsliedes in seiner Hand, das er anlässlich der Heirat von David August von Apell mit der Tochter des Malers, Wilhelmine Caroline Amalie Tischbein, am 10. Mai 1778 vortrug.
Dreßler studierte ab 1753 Rechtswissenschaften und Dichtkunst in Leipzig. Er war ein guter Violinist und insbesondere als Sänger genoss er große Wertschätzung. Er wirkte als Musikus an den Höfen von Schleiz, Erlangen, Bayreuth, Gotha, Wetzlar, Wien und seit 1774 in Kassel, wo er am Hof als Tenorist und Kammermusiker Anstellung fand. Dreßler heiratete im März 1779 Wilhelmine Christiane Zeitz, wenige Wochen später, am 6. April 1779 starb er. Bei dem im darauffolgenden Jahr fertiggestellten Bildnis handelt sich wahrscheinlich um ein tröstendes Geschenk der befreundeten Familie Tischbein an die junge, kurz nach ihrer Heirat verwitwete Frau Dreßlers, das an die erst ein Jahr zurückliegende Hochzeit erinnert. Im Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig hat das Gemälde nun seinen Platz gefunden.