Restaurierung von sechs Werken von Künstlerinnen

Märkisches Museums Witten

Mit der Ausstellung „ANDERS NORMAL! Revision einer Sehschwäche“ wird im Herbst 2021 die historische und leider immer noch aktuelle Unterrepräsentation von weiblichen Kunstschaffenden anhand der eigenen Sammlung thematisiert und die museale Praxis des Märkischen Museums Witten kritisch beleuchtet. Dort werden dann auch die frisch restaurierten Werke von Lis Goebel (1884-1970), Ilse Hanf-Weinholt (1893-1937) und Annemarie Kirchner-Kruse (1889-1977) gezeigt. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der aktuellen Museumstätigkeit liegt in der Aufarbeitung der Sammlungsbestände des Expressionismus und der Kunst vor dem Zweiten Weltkrieg. Es befinden sich Werke vieler wichtiger Künstler:innen im Bestand, die nach und nach wieder ausstellungsfähig gemacht werden. Hierzu gehören unter anderem auch die Werke von Christian Rohlfs (1849-1938) und Heinrich Nauen (1880-1940).

»Wenn Kunstwerke von der Restaurierung wieder zurückkommen, ist das immer fast wie Weihnachten. Beim Auspacken sieht man die Werke in ganz neu. Die Farben leuchten; Kratzer und Schmutz sind verschwunden. Wir freuen uns, dass dank der Unterstützung die Gemälde aus unserer Sammlung wieder im guten Zustand dem Publikum präsentiert werden können. Insbesondere die Arbeiten von vielen Künstlerinnen haben lange fast vergessen in unserem Depot geschlummert. «

Claudia Rinke, Kuratorin im Märkischen Museum Witten

Abbildungen:

1) Christian Rohlfs: Disputation, 1921, Öl auf Leinwand, 80 x 54 cm, Märkisches Museum Witten, Foto: Tanja Murczak, Witten.

2) Lis (Elisabeth) Goebel: Frauenbildnis, um 1945, Öl auf Leinwand, 80 x 69,5 cm, Märkisches Museum Witten, Foto: Eric Jobs, Hattingen.

3) Heinrich Nauen: Herbstwald, 1920, Öl auf Papier auf Holz, 51 x 68 cm, Märkisches Museum Witten, Foto: Tanja Murczak, Witten.

4) Restauratorin Martina Kerkhoff begutachtet das Gemälde „Stillleben“ von Ilse Hanf-Weinholt bei der Abholung im Depot des Märkischen Museums Witten, Foto: Märkisches Museum Witten.

»Wir freuen uns, wenn wir langvergessene „Depotschätzchen“ finden und wieder ausstellungsfähig machen. Viele Arbeiten sind in den Museen so lange nicht mehr bearbeitet worden, dass man nach der Restaurierung eine richtige Veränderung sieht und ein schönes Ergebnis dabei herauskommt. Wir entdecken selbst immer wieder tolle Arbeiten von bekannten und unbekannten Künstler:innen. Bei der Reinigung kommen die Farben wieder zum Strahlen, was uns jedes Mal wieder erstaunt. «

Martina Kerkhoff vom Restaurierungsatelier Kerkhoff + Vogel GbR, Bochum

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