Restaurierung eines Gemäldes von Jacob van Loo, „Paris und Oenone“

Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Die Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister besitzt zwei Werke des holländischen Historien- und Porträtmalers Jacob van Loo (Sluis 1614–1670 Paris), eines erst in jüngerer Zeit in seiner außergewöhnlichen künstlerischen Qualität und schulbildenden Bedeutung erkannten Meisters. Stilistisch ist Van Loo zu den Vertretern des holländischen Klassizismus zur zählen, seine Figuren orientieren sich am Schönheitsideal der Antike. Das Dresdner Gemälde „Paris und Oenone“ muss zweifellos zu den Hauptwerken seiner Amsterdamer Schaffenszeit gerechnet werden. In dem monumentalen, signierten Werk stellt Van Loo die bei Ovid geschilderte Liebesgeschichte des jungen, einst in der Wildnis ausgesetzten und von Hirten aufgezogenen trojanischen Prinzen Paris mit seiner ersten Frau, der Nymphe Oenone, dar.

Ungeachtet seiner herausragenden Qualität konnte das großformatige Gemälde wegen seines schlechten Erhaltungszustandes seit dem zweiten Weltkrieg in Dresden nicht mehr ausgestellt werden. Die Restaurierung des Bildes würde eine große Bereicherung für die Dauerpräsentation der Gemäldegalerie Alte Meister bedeuten, umso mehr, als Werke klassizistisch orientierter Figurenmaler in Gegenüberstellung zur Gruppe der Werke Rembrandts und seiner Nachfolger als wichtiger Akzent dort bisher stark unterrepräsentiert sind.

Dr. Uta Neidhardt

Abbildungen:
1 Jacob van Loo
Paris und Oenome
Öl auf Leinwand
212 x 172 cm
© Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

2 Die Restauratoren Christoph Schölzel und Evelyn Adler vor dem Gemälde Paris und Oenome von Jacob van Loo (Gal.-Nr. 1599)
Aufnahme vor der Restaurierung 03/2021
© Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Foto: Elke Estel/ Hans-Peter Klut

3 Dr. Stephan Koja, Direktor Gemäldegalerie Alte Meister und Skulpturensammlung bis 1800
Fotograf: David Pinzer

 

»Unterstützungen wie die der Ernst von Siemens-Kunststiftung zur Restaurierung von Gemälden unseres Bestandes ermöglichen es uns, Kunstwerke oft ganz neu in all ihrer Qualität zu entdecken – wir nennen das dann dankbar ‚Neuerwerbung aus dem Depot‘.«

Dr. Stephan Koja, Direktor Gemäldegalerie Alte Meister und Skulpturensammlung bis 1800

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