Konzeption und Umsetzung eines QR-Code-basierten Informationsangebots in der Sammlungspräsentation des Museum Schnütgen, Kurzkatalog

Museum Schnütgen, Köln

Das Museum Schnütgen beherbergt eine herausragende Sammlung mittelalterlicher Kunst. Ihr Schwerpunkt ist die sakrale Kunst des Rheinlandes und der benachbarten Regionen. Anhand seiner vielfältigen Sammlungsbestände vermittelt es die europäischen Zusammenhänge ihrer Entstehung in künstlerischer, religiöser und geschichtlicher Hinsicht.

Aufgrund des von Bund und Ländern beschlossenen Lockdowns muss das Museum aktuell geschlossen bleiben. Auch nach einer erneuten Öffnung der Kultureinrichtungen werden die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zunächst nur eingeschränkte Angebote zulassen. Führungen von Besucher*innengruppen, die traditionell einen wichtigen Baustein in der Vermittlung der Sammlungsbestände darstellen, werden zunächst noch nicht wie gewohnt möglich sein. Auch der bereits vorhandene, für Individualbesucher*innen konzipierte Audioguide in Form eines Tablet-PCs ist mit den absehbaren Hygienemaßnahmen nicht vereinbar. Im ersten Lockdown 2020 hat das Museum Schnütgen bereits einen 360°-Rundgang entwickelt, der es der interessierten Öffentlichkeit auch während der Schließung ermöglicht, online durch das Museum zu spazieren und je nach individuellem Bedarf Erläuterungen zu ausgewählten Kunstwerken zu erhalten. Nach der Wiedereröffnung der Museen ist es unser Anliegen, den Besucher*innen vor Ort ebenso wie Interessent*innen online neue und ansprechende Möglichkeiten zu bieten, sich über die Ausstellungsobjekte zu informieren. Durch die Nutzung der privaten Endgeräte, ohne etwa einen Audioguide ausleihen zu müssen, soll dies für die Nutzer*innen sicher gestaltet werden.

Das Museum Schnütgen möchte daher ein zeitgemäßes Angebot entwickeln, das den Besucher*Innen verständlich formulierte Informationen auf dem aktuellen Stand der kunsthistorischen Forschung bereitstellt. Dies soll in Form von kurzen, als Audiodatei eingesprochenen Erläuterungstexten erfolgen, welche die Besucher*innen über QR-Codes mit ihrem eigenen Smartphone oder Tablet abrufen können. Damit soll eine zusätzliche Informationsmöglichkeit geboten werden, die je nach Interessenlage und Informationsbedarf unterschiedlich intensiv genutzt werden und zudem flexibel auf künftige Veränderungen in der Dauerausstellung angepasst und erweitert werden kann. Die einzelnen Erläuterungen sollen auf eine Hördauer von etwa eineinhalb bis zwei Minuten angelegt sein und den Charakter eines kurzen Impulses haben, der zum Verständnis der Werke beiträgt, zugleich aber auch zum genauen Hinsehen und Entdecken animiert. Mit Informationen zu 100 besonders bedeutsamen Objekten aus allen Sammlungsbereichen soll den Besucher*innen ein von professionellen Sprecher*innen vorgetragenes und damit attraktives und gut verständliches Hörerlebnis geboten werden. Bei der Erarbeitung dieses neuen Formats kann das Museum auf seine stetige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den eigenen Beständen zurückgreifen, deren Ergebnisse zuletzt in dem umfangreichen, 2018 veröffentlichten Handbuch zur Sammlung vorgelegt wurden.

Abbildungen:
1 Aktuelle Sammlungspräsentation des Museum Schnütgen
© Rheinisches Bildarchiv Köln

2 Volker Hille, freiberuflicher Kunsthistoriker
© Rheinisches Bildarchiv Köln

»Ich freue mich darauf, für die Besucher*Innen des Kölner Museum Schnütgen ein zeitgemäßes Angebot zu entwickeln: Informationen zu den Highlights der Sammlung sollen per QR-Code auf dem eigenen Smartphone abrufbar sein. Die ansprechend vertonten Erläuterungen zu 100 Objekten vermitteln vor Ort oder von zu Hause aus die Kunst des Mittelalters. Zudem fließen die Kurztexte in die wissenschaftliche Objektdatenbank des Museums ein, die bald als Online-Collection verfügbar ist.«

Volker Hille, freiberuflicher Kunsthistoriker

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