„Der Improvisator" von J. B. Kirner (1836) wird restauriert

Städtische Museen Freiburg im Breisgau

Johann Baptist Kirners (1806-1866) Gemälde Der Improvisator entstand 1936 in Rom. Kirner, der zu diesem Zeitpunkt schon seit vier Jahren in Italien lebte und arbeitete, teilte sich dort auch zwei Jahre lang mit seinem Künstlerkollegen Franz Xaver Winterhalter (1805-1873) ein Atelier in Rom und bereiste mit ihm Süditalien. Diese Künstlerfreundschaft und enge Zusammenarbeit musste zwangsläufig zu einer engen motivischen Beeinflussung beider Maler führen. Winterhalter sollte zwar anschließend ein anderes Auftragsklientel bedienen als Kirner und als „Fürstenmaler“ internationale Berühmtheit erlangen, aber gerade sein zeitgleich zum Improvisator entstandenes Gemälde Il dolce far niente (1936) zeigt eindrücklich die gegenseitige motivische und auch malerische Beeinflussung der beiden Schwarzwälder. Kirner blieb auch nach seiner Ernennung zum badischen Hofmaler 1840 der Genremalerei treu, die ihn unter seinen Zeitgenossen bekannt gemacht hatte und mit der er zeitlebens sehr erfolgreich bleiben sollte.
Johann Baptist Kirners Improvisator ist eines von nur zwei erhaltenen vielfigurigen Hauptwerken seiner italienischen Periode und nimmt allein schon aus diesem Grund in der Werkschau des Künstlers eine wichtige Stellung ein. Es ist in der Zusammenschau mit den dazu angefertigten zahlreichen erhaltenen Vorstudien in Öl ein herausragendes Zeugnis seiner erzählerischen Inszenierung im Bild.
Kirners Improvisator wurde schon zu Lebezeiten des Künstlers von der Hamburger Kunstmäzenin Susanne Elisabeth Sillem (1785-1865) erworben und von dieser testamentarisch an die Hamburger Kunsthalle vermacht. Die gut rekonstruierbare Provenienz des Gemäldes belegt die Beliebtheit des südwestdeutschen Künstlers schon zu Lebzeiten bis nach Norddeutschland, wo seine Werke auch im Norddeutschen Gesamt-Kunstverein ausgestellt waren.

© Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Abbildungen:
1 Johann Baptist Kirner
Der Improvisator (1836)
Öl auf Leinwand
83,5 x 113,5 cm
Hamburger Kunsthalle, Inv.-Nr.: HK-3190

2 v.l.n.r.: Georg Ihlenfeld (externer Restaurator), Eva Keochakian (Gemälderestauratorin Sammlung 19. Jahrhundert, Hamburger Kunsthalle), Dr. Markus Bertsch (Leitung Sammlung 19. Jahrhundert, Hamburger Kunsthalle)

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