Christkönig für das Stadtmuseum Kaufbeuren, erste Hälfte des 13. Jahrhunderts

Stadtmuseum Kaufbeuren

Das Stadtmuseum Kaufbeuren besitzt seit März 2020 dieses Kruzifix in der Darstellung eines frühen Drei-Nagel-Typus. Die Christusfigur stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Charakteristisch für die Kruzifixdarstellungen dieser Zeit sind das knielange Lendentuch sowie auch die nahezu waagrechte Armhaltung. Die Christusdarstellungen der Romanik zeigen den Gekreuzigten häufig im Typus des sogenannten Christkönigs, der siegreich über den Tod triumphiert. Dies spiegelt auch die zeittypische Königskrone wieder, von der heute noch der Kronreif erhalten ist. Die ursprünglich ebenfalls in den Kronreif montierten Zacken sind nicht mehr vorhanden. Ein Restaurierungsvorhaben durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege war bereits in den 1990er Jahren vorgesehen, konnte aber aufgrund der Einwände des Eigentümers nicht realisiert werden. Das Kruzifix wurde im Frühjahr 2020 dem Museum Kaufbeuren aus ebendiesem Privatbesitz übermacht. Nach der nun dringend nötigen Restaurierung soll eine Einbringung in die bestehende Dauerausstellung der Kruzifixsammlung erfolgen. Geplant ist die Präsentation beim übergeordneten, einführenden Einführungstext, der sich mit der Geschichte der Kreuzesdarstellung befasst.

Abbildungen:
1 Kruzifix, polychrom gefasste Holzskulptur, 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts, Inv. Nr. 5737
2 Das Objekt wird im Museum begutachtet von Petra Weber M. A., Museumsleiterin
3 Diplom-Restauratorin Heide Tröger
4 Museumsleiterin Petra Weber M. A. und Ehrenamtlicher Museumskustos Wolfgang Sauter bei der Begutachtung der Skulptur
© Stadtmuseum Kaufbeuren

»Wir freuen uns sehr, dass wir dank der Förderung die Restaurierung eines romanischen Christkönigs vornehmen können, der im Frühjahr durch eine Schenkung in die Sammlung aufgenommen wurde. Die Antragsstellung verlief unkompliziert und unbürokratisch, die Bewilligung lag schon nach nur einem Tag vor. Für uns ist die Förderung ein großer Glücksfall, da wir angesichts der unsicheren Lage das Restaurierungsprojekt andernfalls erstmals auf die längere Bank geschoben hätten. Wir danken für diese tolle Initiative, die es ermöglicht dieses besondere Stück für unsere Dauerausstellung aufzubereiten« Petra Weber M.A., Museumsleitung Stadtmuseum Kaufbeuren

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