Restaurierung eines Gemäldes Otto van Veen "Der Zinsgroschen", um 1608/15

Museum am Dom, Würzburg

Der jüngste, bedeutende Zugang in die Stiftung Kunstsammlung der Diözese Würzburg ist eine monumentale Darstellung des sogenannten „Zinsgroschen“. Das Gemälde hing im Refektorium des Klosters der Elisabethinerinnen in Bad Kissingen. Als diese ihr Kloster dieses Jahr aufgeben mussten, schenkten sie das Gemälde der Kunstsammlung.

Zugeschrieben ist es mit guten Gründen dem Maler Otto van Veen (Leiden 1556 – Brüssel 1629), der nicht zuletzt als Lehrer von Peter Paul Rubens bekannt ist. Er schildert die vom Evangelisten Markus (12, 13-17) zuerst überlieferte Szene, die in dem Merkspruch Jesu mündet: „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ Die Darstellung spiegelt die Eleganz, mit der Jesus die Fangfrage nach der Priorität weltlicher oder göttlicher Ansprüche umgeht. Ohne
dramatische Geste, beiläufig im Umwenden, reicht Jesus die titelgebende Münze zurück. Reizvoll ist die Vorstellung, dass Otto van Veen, der auch Münzintendant in Brüssel war, mit dem Gemälde eine Episode seiner eigenen Biographie kommentiert.

»Inhaltlich wie künstlerisch ist das Gemälde ein glücklicher Zugewinn für die Diözese Würzburg und ihr Museum am Dom. Die erstaunlichen Qualitäten des Bildes wird letztlich erst die Restaurierung vollständig enthüllen, die nur dank der Ernst von Siemens Kunststiftung derzeit möglich ist. Damit kann das Gemälde, wie es auch im Sinne der Elisabethinerinnen ist, dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und muss nicht in die Dunkelheit des Depots verschwinden.«

Diözesankonservator Dr. Wolfgang Schneider


Abbildungen:
1 Restauratorin Gudrun Hanika vor "Der Zinsgroschen", Foto: Kerstin Schmeiser-Weiss
2 Otto van Veen (zugeschrieben): Der Zinsgroschen, um 1608/15(?), Öl auf Leinwand (doubliert), 156,5 x 232,5 cm
© Museum am Dom, Würzburg

»Was für eine wunderbare Fügung:
Mit der Restaurierung des Gemäldes "Zinsgroschen", bei dem es um das Thema Geld geht, werde ich als freiberufliche Restauratorin von der Ernst-von-Siemens Kunststiftung durch die Corona-Förderlinie und vom Kunstreferat Würzburg in diesen außergewöhnlichen Zeiten vor einer abflauenden Auftragslage bewahrt.
Meinen ganz herzlichen Dank!«

Gudrun Hanika, Dipl.-Restauratorin

Ein Projekt der Corona-Förderlinie für Selbständige in Museen und Sammlungen

Ernst von Siemens Kunststiftung Corona Förderlinie