Restaurierung des Schabkunstblattes "Kaiser Karl VI." von Georg Philipp Rugendas

Malzhaus, Städtische Sammlungen Kamenz

Der normalerweise auf Schlachtenmalerei spezialisierte Augsburger Maler und Kupferstecher Georg Philipp Rugendas schuf ein monumentales, lebensgroßes Porträt des Kaisers Karl VI. von Habsburg, während dessen Regierungszeit (1666-1742). Das auf Leinwand gezogene Schabkunstblatt befindet sich im Altbestand des zu den städtischen Sammlungen Kamenz gehörenden Malzhauses, einem der ältesten Profanbauten der Stadt. Das Porträt ist für die Stadt Kamenz von großer Bedeutung.

Historisch steht die Regierungszeit des Habsburger Kaiser Karl VI. zwar nicht in direkter Verbindung zur Stadt Kamenz, doch ist die Oberlausitz mit dem Habsburgerreich eng verbunden, da sie bis 1635 zum Königreich Böhmen gehörte und erst danach an das Kurfürstentum Sachsen überging. Auch die Bekanntschaft zwischen der Tochter des Kaisers, Maria Theresia und dem Aufklärer Gotthold Ephraim Lessing ist kulturhistorisch bedeutend für die Stadt Kamenz.

Das Werk kann, nachdem nun der Erhalt des Schabkunstblattes konservatorisch gesichert wurde, sowohl in den städtischen Sammlungen Kamenz als auch im Lessing-Museum mitsamt seinen kultur- und stadthistorischen Kontexten und Verbindungen endlich ausgestellt werden.

Abbildungen:

1) Karl VI. von Habsburg (1685–1740) von Georg Philipp Rugendas;  nach der Restaurierung

2) Karl VI. von Habsburg vor der Restaurierung

3)

Foto: Jan Großmann

»Kaiser Karl VI.“ von Georg Philipp Rugendas ist das größte Bildnis in den Städtischen Sammlungen Kamenz. Die beeindruckende Darstellung konnten wir auf Grund ihres schlechten Erhaltungszustands noch nie der Öffentlichkeit präsentieren. Dank der großzügigen Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung wird dies nun möglich.«

Dr. Sylke Kaufmann, Leiterin der Städtischen Sammlungen Kamenz

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