Restaurierter "Blumenstrauß mit Schmetterling" von Rachel Ruysch, Ende 17. / Anfang 18. Jh.

LVR-Landesmuseum Bonn

Das LVR-Landesmuseum Bonn besitzt in seiner Sammlung niederländischer Gemälde ein Blumenstillleben, das der Werkstatt von Rachel Ruysch zuzuordnen ist, sowie ein weiteres, von eigener Hand der Künstlerin signiertes Gemälde: Blumenstrauß mit Schmetterlingen.

Letzteres befand sich aufgrund des äußerst unbefriedigenden Zustands seit vielen Jahren im Depot.

Anlass für die Untersuchung dieses Gemäldes einer der gefragtesten Malerinnen ihrer Zeit war die geplante monografische Ausstellung der Alten Pinakothek München in Kooperation mit zwei amerikanischen Museen.

Die Untersuchung zeigte einen mehrschichtigen, stark vergilbten Firnis mit einem ausgeprägten Netz aus Mikrorissen sowie farbveränderte Retuschen und Übermalungen, die das Bild erheblich beeinträchtigten. Eine vorangegangene Wachsharzdoublierung führte zu einer Verpressung der Malerei. Das Wachs war partiell durch das Craquelé bis zur Bildvorderseite durchgedrungen. Um eine Ausleihe realisieren zu können, bestand akuter Handlungsbedarf.

Die Restaurierung ließ sich dank der großzügigen Unterstützung durch die Ernst von Siemens Kunststiftung realisieren.

Nach dem Abschluss der Restaurierung kommt nun die feine und nuancenreiche Malerei von Rachel Ruyschs Blumenstrauß wieder zur Geltung. Durch die Entfernung der großflächigen Übermalungen im Hintergrund kamen zudem verborgene Blätter und Blüten zum Vorschein, was der Malerei ihre ehemalige Tiefe und Plastizität wiedergibt. Die außerordentlich hohe Qualität des Gemäldes ist nun endlich wieder lesbar. Es wird nach der Ausstellungstournee seinen festen Platz in der neuen Dauerausstellung des Landesmuseums finden.

Dipl.-Rest. Anna Bungenberg

 

Rachel Ruysch, Blumenstrauß mit Schmetterling, Ende 17./Anfang 18. Jh., Öl auf Leinwand, 77 x 64 cm.

Abb. 1: Vorzustand des Gemäldes

Abb. 2: Evolon-Vlies nach 1. Auflage zur Abnahme von Firnis und Übermalungen

Abb.3: Zwischenzustand nach Abnahme aller Übermalungen

Abb. 4: Endzustand des Gemäldes

© LVR-Landesmuseun Bonn, Jürgen Vogel, Jens Hofmann