Piz Bernina bei Sonnenaufgang

Alpines Museum des Deutschen Alpenvereins

Der Schweizer Maler Hans Beat Wieland war zugleich passionierter Bergsteiger und Skifahrer. Mit seinen Gemälden und Grafiken zählt Wieland, wie auch E.T. Compton (1849-1921) und Otto Bauriedl (1881-1961), zu den wichtigen „Bersteigermalern".

Wielands künstlerische Entwicklung wurde durch die Forderungen der Münchner Sezession geprägt. Ihr Ruf nach Freilichtmalerei und reiner Farbigkeit hatte er begeistert aufgegriffen, schon 1894 wurden seine ersten Bilder in die Sezessionsausstellung aufgenommen. Allerdings blieb für Wieland die Porträtähnlichkeit des gewählten Motivs immer wichtig, die sich zuweilen der wissenschaftlichen Präzision annäherte.

Zu den Vorbildern Wielands zählte sein Landsmann Ferdinand Hodler (1853-1918), dessen Werke das Bildmotiv der schweizerischen Landschaft zu internationaler Anerkennung gebracht hatte. Vergleicht man „Piz Bernina bei Sonnenaufgang" mit den Gemälden Hodlers, so wird eine spezifische Ausdrucksstärke von Hans Beat Wieland deutlich: Er führt den Betrachter hoch über das Tal, mitten in die Gebirgswelt hinein.

Die Bergbilder Wielands erschließen sich daher besonders denjenigen, der die sinnlichen Erfahrungen des Malers teilen kann. Ernst von Siemens kaufte dieses Gemälde nach einer Bergtour auf die Bernina im Jahre 1926.

Helmuth Zebhauser

Piz Bernina bei Sonnenaufgang, 1924, Öl auf Leinwand, 85 x 67 cm

Bezeichnet unten links: H.B. Wieland

Abbildung: Wolfgang Pulfer