Meisterwerk von Frans Francken II. zurück in der Dresdener Gemäldegalerie

Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden

Die Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) hat  mit der Unterstützung der Fontana Stiftung Baden-Baden und der Ernst von Siemens Kunststiftung ein bedeutendes Gemälde des flämischen Kabinettmalers Frans Francken II. (Antwerpen 1581–1642), der seit 1605 an der Spitze einer Malerdynastie, die in einer Zeitspanne von mehr als 100 Jahren und in fünf Generationen die Malerei Antwerpens entscheidend mitprägte, zurückerwerben können.

Das Gemälde zeigt eine karge Landschaft mit einer Vielzahl allegorischer Gestalten, die für verschiedene Tugenden und Laster stehen. Sie sind auf die zentrale Figur eines Kriegers hin ausgerichtet. Die Kriegsgötter Mars und Bellona rüsten diesen Krieger mit den Insignien des Soldaten aus. Drei weibliche Tugenden werden von ihm missachtet, während sich auch Apoll und die Personifikation der Hoffnung von ihm abwenden. Links im Vordergrund steht Frau Welt symbolisch für Falschheit und Betrug, begleitet von einigen der sieben Todsünden. Kleine Szenen im Hintergrund verweisen auf die realen Schrecken des Krieges. Eine Dreiergruppe rechts im Vordergrund scheint die grausame Szenerie warnend zu kommentieren.

Vor rund 300 Jahren hat August der Starke das Gemälde für seine Sammlung erworben. Infolge der sogenannten Fürstenabfindung gelangte das Kunstwerk 1924 in Privatbesitz und tauchte, nachdem es etwa ein Jahrhundert lang verschollen war, erst in diesem Jahr wieder auf.

Abbildung: Frans Francken II., Allegorie der Folgen des Krieges, um 1615, Gemäldegalerie Alte Meister.

© Foto: VAN HAM Kunstauktionen | Saša Fuis Photographie