Kronleuchter aus der Chursächsischen Manufaktur für Schloss Pillnitz, spätes 18. Jahrhundert

Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Mit dem Ankauf des eiförmigen Leuchter ist es gelungen, ein ungewöhnliches Ausstattungsstück mit exzeptioneller Gestaltung und in qualiätvoller Ausführung zur Sammlung des Kunstgewerbemuseums hinzuzufügen. Im Journal des Luxus und der Moden in der Ausgabe vom März des Jahres 1800 besprochen, kann er eindeutig der Chursächsischen Spiegelfabrik zugeordnet werden. Damit ist es das erste Objekt in den Sammlungen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit einer Zuschreibung an diese von der kurfürstlichen Rentkammer finanzierten Manufaktur.
Das sächsiche Kunsthandwerk in den Manufakturen im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert zu dokumentieren bildet einen integral wichtigen, durch mangelnde Forschung aber bisher noch nicht ausreichend beleuchteten Arbeitsschwerpunkt des Museums. Die Chursächsische Spiegelfabrik muss - leider ganz konträr zur ihrer Bedeutung um 1800 - als besonderes Desiderat hervorgehoben werden.
Sowohl der Leuchter als auch die bisher leider nur spärliche Aufarbeitung in der Sekundärliteratur zeigt, dass die Chursächsische Spiegelfabrik qua Qualität des Entwurfs und der Gestaltung als auch der handwerklichen Ausführung auf europäischem Niveau lag. Sie bediente Kunden in den verschiedenen deutschsprachigen Herrschaftsgebieten, aber auch in Polen und wohl selbst auch in Frankreich.
Der Leuchter erhält einen besonderen Fokus in der musealen Präsentation: In den gerade restaurierten, am 27.08.2020 eingeweihten, frühklassizistischen Kaiserzimmern im Bergpalais von Schloss Pillnitz wird das seltene Objekt in die Dauerausstellung eingegliedert, die die Gestaltungsprinzipien des sächsischen Kunsthandwerks und die institutionelle Geschichte der Chursächsischen Spiegelfabrik um 1800 thematisiert.


Abb. 5: Auszug aus "Journal des Luxus und der Moden", Ausgabe März 1800
Abb. 6 und 7: Leuchter im Raum, Schloss Pillnitz

Fotos: Michael Holz
© Staatliche Kunstsammlungen Dresden