Jugendstil und Symbolismus. Georg Lührig: Ein Meister aus Dresden - Bestandskatalog

Museum Wiesbaden

Viel zu lange war Georg Lührig (1868 – 1957) ein vergessener Künstler Dresdens. Zusammen mit den Künstlern Hans Unger, Sascha Schneider, Oskar Zwintscher und Richard Müller brachte er Jugendstil und Symbolismus in eine eigenständige, geheimnisvolle Bildsprache. Der Künstler experimentierte zudem in Landschaften, Tierdarstellungen und Porträts mit Kohle, Bleistift, Aquarell und Lithografie.

Ein weiterer Schwerpunkt seines Schaffens sind seine Arbeiten aus Rumänien, das er von 1897 bis Ende der 1920er Jahre immer wieder besuchte. Lührigs Zeit als Kriegsmaler 1915/17 galt als besonders intensive Phase in seinem Schaffen. „Bilder von der Front in der Champagne“ nannte er die Ausstellung von 187 Handzeichnungen, gezeigt 1916 im Leipziger Kunstverein. Im selben Jahr erfolgte auch die Berufung Lührigs an die Akademie für Bildende Künste Dresden als Professor für Malerei, Zeichnung, Grafik und Naturstudien.

Trotz seiner Ausbildung an der Kunstakademie München (1885–1889) verstand er sich zeitlebens als Autodidakt – eine Haltung, die auch seine Lehrtätigkeit an der Dresdner Kunstakademie (1916–1934) prägte. Als erster Rektor der Akademie nach dem Krieg hatte er maßgeblichen Anteil an deren Reform, an Neugestaltung von Unterricht und Einführung der Selbstverwaltung. Expressionismus und Neue Sachlichkeit, die in den zwanziger Jahren die Kunstszene dominierten, stand Lührig eher kritisch gegenüber.

Die große Sonderausstellung "Jugendstil und Symbolismus. Georg Lührig: Ein Meister aus Dresden" im Museum Wiesbaden, die dort vom 22. Mai 2026 bis zum 17. Januar 2027 besucht werden kann, unterstützt die Ernst von Siemens Kunststiftung im Rahmen der Förderung des Bestandskatalogs.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

 

Abbildung: Katalogcover © Deutscher Kunstverlag.