Johann Sebastian Hauschka, Jagdbüchse 1720/25

Museum im Schloss Wolfenbüttel

Johann Sebastian Hauschkas Tätigkeit als Hofbüchsenmacher der Herzöge zu Braunschweig und Lüneburg in deren Residenzstadt Wolfenbüttel ist seit 1721 nachweisbar. Er lieferte seine prunkvollen Jagdwaffen, Büchsen und Pistolen jedoch auch an den preußischen Königshof, den russischen Zarenhof und den Wiener Kaiserhof.

Die vorliegende Jagdbüchse stammt zuletzt aus Privatbesitz und dürfte einst für Kaiser Karl VI. (1685-1740) bestimmt gewesen sein. Auf dem Gewehrkolben ist ein vergoldeter Messingbeschlag mit dem stilisierten Porträt des Kaisers zu sehen. Zwei weitere, ebenfalls vergoldete Messingbeschläge zeigen den Kriegsgott Mars und die Jagdgöttin Diana.

Vermutlich überreichte Kaiser Karl die kostbare Waffe seinem Hofmarschall und Stallmeister Fürst Adam Franz von Schwarzenberg (1680-1732) als Präsent anlässlich dessen Erhebung zum Herzog von Krumau im Jahr 1723. Die silberne Daumenplatte zeigt vermutlich den Fürsten im Ornat der Ritter des Goldenen Vlieses. Von Schwarzenberg kam auf tragische Weise ums Leben, als der Kaiser ihn bei einer Hirschjagd im böhmischen Brandeis durch einen Fehlschuss unabsichtlich tödlich traf. Später gelangte das Gewehr in den Besitz des Vizekanzlers und engen Vertrauten Kaiser Karls VI., des Freiherrn Johann Christof von Bartenstein (1689-1767), dessen Wappen der Gewehrlauf trägt.

N.N.

Abbildungen:

Johann Sebastian Hauschka, Jagdbüchse 1720/25
© Museum im Schloss Wolfenbüttel