Johann Friedrich Overbeck, Skizzenbuch aus Umbrien und Nord-Latium, 1836-1843

Casa di Goethe, Rom

Johann Friedrich Overbeck ist einer der bedeutendsten Vertreter der römischen Künstlergruppe der Nazarener, die eine Erneuerung der Malerei im Geist des Christentums anstrebte. 1810 in Rom eingetroffen, verbrachte Overbeck sein ganzes Leben hier und wurde zu einem wichtigen Zentrum der deutschen Künstlerkolonie. Sein äußerst seltenes, neu erworbenes Skizzenbuch entstand auf einer Reise durch Nordlatium und Umbrien, deren Route sich durch die Zeichnungen mit ihren Ortsangaben rekonstruieren lässt. Stationen waren u. a.  Spoleto, Perugia und Assisi, wo Overbeck die Basilika San Francesco zeichnete. Die Rückreise führte über Viterbo, dessen Baudenkmälern diverse Seiten gewidmet sind: Sie sind von großem Interesse, da die Stadt nur selten im Zentrum künstlerischer Aufmerksamkeit stand. Das Skizzenbuch ist nicht nur als Reisedokument von Bedeutung, sondern es dokumentiert die für die Nazarener typische Verehrung der mittelalterlichen, christlichen Kunst und Bauwerke. In Overbecks Werk nimmt es eine herausragende Stellung ein. Der Maler war 1821 Mitbegründer der Bibliothek der Deutschen in Rom gewesen, die sich als Teil der Bibliothek des deutschen Künstlervereins in Rom im 19. Jahrhundert heute in der Casa di Goethe befindet: Aus seinem Besitz hat sich die Erstausgabe der Oden Klopstocks erhalten. Bislang besaß das Museum keine Werke des Künstlers. So ist der Erwerb des Skizzenbuchs eine wichtige Bereicherung der Sammlung.  

Dr. Claudia Nordhoff

Abbildung: Johann Friedrich Overbeck (1789-1869), Skizzenbuch aus Umbrien und Nord-Latium, 46 Zeichnungen, Bleistift auf Papier, 21,5 x 29 cm (Album)

© Casa di Goethe, Rom.