Die illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek - Teil 1

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

Die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel gibt eine neue Katalogreihe „Die illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek“ heraus, in der ausschließlich die mit Buchschmuck versehenen Handschriften und Fragmente der Bibliothek aufgenommen und kunsthistorisch erschlossen wurden. Insgesamt werden 136 Objekte detailliert beschrieben. Dabei werden in Kombination mit dem reichhaltigen Bildmaterial des zugehörigen Tafelbandes, Stil- und Schulzusammenhänge von Skriptorien und Kunstlandschaften des Frühmittelalters sichtbar gemacht.

Die umfangreichste Gruppe bilden mit insgesamt 68 Katalogisaten die im elsässischem Kloster Weißenburg (Wissembourg) entstandenen Codices. Ihr Initialschmuck konnte erstmalig zusammenhängend kunsthistorisch analysiert werden. Neben bekannten, hochwertig ausgestatteten Handschriften, wie den Evangeliaren aus Corvey, den für Bischof Sigebert von Minden in Sankt Gallen geschriebenen und illuminierten Handschriften, dem Reichenauer Evangelistar/Perikopenbuch und dem frankosächsischen Psalter aus Saint Bertin, begegnen unbekanntere Stücke aus Fulda (9. Jahrhundert) und Eichstätt (11. Jahrhundert) bis hin zu einem bisher in der Forschung nicht bekannten Psalter aus dem Kloster Tegernsee (11. Jahrhundert). Zwei reich illustrierte Agrimensorencodices, ein spätantiker und ein karolingischer, geben mit ihren informativen, texterklärenden Zeichnungen, Malereien, Diagrammen und Schemata einen tiefen Einblick in die Arbeit der römischen Feldmesser.

Abb. 1: vorläufiges Katalogcover © Harrassowitz Verlag, Wiesbaden.

Abb. 2: Corvey - Cod. Guelf. 16.1 Aug. 2°, fol. 22v, Kat. 3, S. 12.

Abb. 3 (unterhalb des Textes): Weißenburg - Cod. Guelf. 47 Weiss., fol. 66v, Kat. 70, S. 98.