Design-Sammlung, Hermann Götting, 20. Jh

Museum für angewandte Kunst, Gera

Hermann Götting sammelte in einer überwältigenden Fülle die gesamte Bandbreite des Produktdesigns des 20. Jahrhunderts – darunter durchaus gelegentlich auch Objekte, die dem sich ständig wandelnden Zeitgeschmack nicht mehr genügten und daher am Straßenrand zur Sperrmüllabfuhr deponiert wurden. Die 1950er Jahre waren hier von besonderer Bedeutung: Hermann Götting erkannte spätere Wertigkeiten, barg diese Zeugen und wurde dafür lange Zeit belacht. Seine besondere Neigung galt ausgefallenen, skurrilen Produkten, aber auch den hochwertigen, exklusiven Stücken. Die Sammlung Götting umfasst nach ihrer Inventarisierung 1505 Einzelstücke bzw. aus mehreren Teilen bestehende Ensembles.

Es musste im Interesse aller liegen, dass diese Sammlung nicht zerstreut wird. Der Kölner Bezug, der ihr aufgrund der Biographie des Sammlers zwangsläufig anhaftet, wird in späteren Zeiten sicher noch die Frage aufwerfen, warum der dauerhafte Verbleib in einem Kölner Museum nicht hätte längst gesichert sein müssen.

Sicherlich aber war das Museum für angewandte Kunst in Gera eine der ersten Adressen, wenn man über einen Verbleib der Sammlung außerhalb Kölns nachdenken muss. Zeugnisse des Möbeldesigns 1915–1933, alle Facetten der Zeit des Art Déco und des Funktionalismus, Schaufensterpuppen (mit aus Wachs gegossenen Köpfen) inklusive Originalbekleidung finden so einen ihnen adäquaten Unterbringungsort.

 

Abbildung: Musiktruhe, Holz, furniert, lackiert, Spiegel, um 1928 Schaufensterpuppe, männlich, nach dem berühmten Schauspieler Max Linder gestaltet, zeittypisch gekleidet Schaufensterpuppe, weiblich, mit Echthaar, zeittypisch gekleidet 2 Krüge, Feinsteingut, gegossen, Mattglasur, England, 1920er Jahre Vase, Glas, Metalleinschmelzungen, o. J. Sektkühler, Messing, verchromt, o. J.


Fotonachweis: © Museum für angewandte Kunst, Gera