"Danseuse Cambodgienne" von August Rodin, 1906/07
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe konnte mit Auguste Rodins Aquarell Kambodschanische Tänzerin (1906/07) ein außergewöhnliches Werk in ihre Sammlung aufnehmen. Damit schließt die Neuerwerbung eine Lücke zwischen Skulptur und Zeichnung innerhalb der Sammlung.
Entstanden ist die Arbeit nach dem Besuch einer kambodschanischen Hoftruppe, die 1906 anlässlich einer Kolonialausstellung in Frankreich auftrat. Auguste Rodin hielt die Tänzerinnen in raschen Skizzen fest und überführte ihre fließenden Bewegungen später mit zarten Farbaufträgen in eine nahezu schwerelos wirkende Darstellung. Statt starrer Posen zeigt das Werk lebendige Dynamik und eine subtile Auseinandersetzung mit Körper und Rhythmus. Zugleich tritt das Aquarell in einen spannungsvollen Dialog mit den Karlsruher Plastiken wie Johannes der Täufer und dem Schreitenden Mann und vertieft das Verständnis von Form und Bewegung in Rodins Œuvre.
Abbildung: August Rodin, Danseuse Cambodgienne (Danseuse devant un miroire), 1906/07, Aquarell
© Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
