Chinesische Malerei in Frankfurt

Museum Angewandte Kunst Frankfurt a. M.

Das Museum Angewandte Kunst beherbergt eine der ältesten und wichtigsten Museumssammlungen asiatischer Kunst in Deutschland. Das 1877 als Kunstgewerbeschule und Mustersammlung gegründete Haus sammelt seit dem späten 19. Jahrhundert neben europäischer Angewandter Kunst herausragende Beispiele von Kunst und Kunsthandwerk aus Asien. Seit den 1920er Jahren stieg das Interesse an chinesischer Kunst erheblich. Eine Ausstellung und ein Katalog über chinesische Keramik von der Han- bis zur Qing-Dynastie aus dem Jahr 1923 gehörten zu den frühesten europäischen Projekten dieser Art. Bald darauf wurde das 1925 gegründete Frankfurter China-Institut zu einer der führenden Forschungseinrichtungen seiner Art in Europa. In der Folgezeit wuchs die chinesische Sammlung des Museums dank umfangreicher Schenkungen und Ankäufe erheblich. Unter den rund 5000 Objekten asiatischer Kunst finden sich neben chinesischer, japanischer, koreanischer und südostasiatischer Kunst auch bedeutende Objekte Osmanischer, Persischer und Mogulindischer Kunst. Rund siebzig Prozent der Asien-Sammlung des Museums stammt aus China. Es handelt sich um Objekte aus allen Bereichen; aber ein starker Fokus liegt seit langem auf Keramik und anderen Bereichen der angewandten Kunst. Im Lauf seiner Geschichte hat das Museum jedoch auch einige bedeutende Werke chinesischer Malerei erworben. Entsprechend den Gewohnheiten älterer europäischer Sammler wurden viele dieser auf Papier oder Seide gemalten Werke in Glasrahmen montiert, in denen manche bis heute gefasst sind. Andere wurden bereit sorgfältig aus diesen ungeeigneten Rahmen entfernt und auf traditionelle chinesische Weise als Rollbilder montiert. Die gesamte Sammlung wurde abgesehen von wenigen Ausnahmen bis heute kaum erforscht. Außerdem müssen einige Werke restauriert werden, um weitere Schäden zu vermeiden.
Ziel des Projektes ist es, die Sammlung wissenschaftlich aufzuarbeiten und eine Publikation sowie eine Ausstellung vorzubereiten.


Abb. 1 Wang Quaki, Flötenspieler, Abb. 2 Wen Zhengming "Strom", Detail, Abb. 3 Wen Zhengming "Strom und Berge", Abb. 4 Yun Bing, "Blumen", Abb. 5 Cixi, "Strauchpäonie", Abb. 6 Zhang Daqian "Herbstfarben", Abb. 7 Prof. Matthias Wagner , Direktor Museum Angewandte Kunst (li.) und Dr. Stephan von der Schulenburg, Kurator Asiatische Sammlung (re.)
© Museum Angewandte Kunst, Frankfurt a. M.

»Durch diese unbürokratisch und zügig vergebene Förderung wird uns die die wissenschaftliche Erfassung bedeutender Werke chinesischer Malerei in unserer Asien-Sammlung ermöglicht. Damit nimmt ein wichtiges Vorhaben Gestalt an, erlaubt uns diese großzügige Förderung doch die Zusammenarbeit mit dem Experten für chinesische Malerei, Gerald Holzwarth. Wir sind der Ernst von Siemens Kunststiftung dafür sehr dankbar.«

Prof. Matthias Wagner, Direktor Museum Angewandte Kunst und Dr. Stephan von der Schulenburg, Kurator Asiatische Sammlung

Ein Projekt der Corona-Förderlinie für Selbständige in Museen und Sammlungen

Ernst von Siemens Kunststiftung Corona Förderlinie