Von Frauenhand. Mittelalterliche Handschriften aus Kölner Sammlungen

26.10.2021–31.01.2022

Museum Schnütgen, Köln

In der Regel wird einem künstlerischen Werk des Mittelalters automatisch eine männliche Urheberschaft unterstellt, obwohl die Forschung bereits seit längerem auch die Existenz von zumindest einigen Künstlerinnen nachweisen kann.

In Bezug auf mittelalterliche Handschriften, die häufig mit aufwendigen und kunstvollen Miniaturen und Initialbuchstaben ausgeschmückt sind, wiegt diese allgemeine Annahme besonders schwer und verzerrend, wurden die Bücher und Pergamente doch meist in religiösen Institutionen hergestellt, die mitnichten alle männlich waren. Zudem waren die Handschriften für das mittelalterliche Wissen und den Glauben von zentraler Bedeutung für das Studium, für Gottesdienste und Predigten, für die persönliche Andacht, aber auch für den europaweiten kulturellen wie kommunikativen Austausch zwischen den Klöstern und Orden, wenn neue Bücher bestellt oder Vorlagen für Abschriften bereitgestellt wurden. Längst hat die Wissenschaft begonnen, die Bedeutung von Frauenkonventen und Ordensfrauen als Auftraggeberinnen, Stifterinnen und Künstlerinnen mehr in den Blick zu nehmen und sie ebenfalls als wichtige Akteurinnen des geistigen und kulturellen Lebens des Mittelalters zu würdigen. Die Vermittlung dieses korrigierten Bildes hinkt allerding den Erkenntnissen noch nach.

Die neue Ausstellung „Von Frauenhand. Mittelalterliche Handschriften aus Kölner Sammlungen“ im Museum Schnütgen in Köln stellt daher ein wichtiges Korrektiv dar. Vom 26.10.2021 bis zum 30.01.2022 werden in Kooperation mit der Erzbischöflichen Diözesan- und Dombibliothek Köln um die 25 Werke aus dem Früh- bis Spätmittelalter und aus verschiedenen Regionen in der Museumskirche des ehemaligen Frauenkonvents präsentiert, darunter 14 überwiegend großformatige Handschriften und einige Werke anderer Gattungen. Besonders die Exponate aus Kölner Sammlungen können verdeutlichen, wie hochwertig und künstlerisch wertvoll die Buchherstellung beispielsweise Ende des achten Jahrhunderts im Kloster Chelles bei Paris oder auch die des Kölner Klarenklosters 500 Jahre später gewesen war. Daneben thematisiert die Ausstellung Fragen des Layouts und gestalterischen Unterschieden zwischen verschiedenen Buchgattungen und von unterschiedlichen Orden. Neben einem digitalen Rahmenangebot informiert der begleitende Ausstellungskatalog u.a. über die (Selbst-)Darstellung mittelalterlicher Schreiberinnen und Buchmalerinnen in Schrift und Bild.

Wer die wunderbaren Schriften „[v]on Frauenhand“ in der gleichnamigen Ausstellung sehen möchte, hat dazu vom 26.10.2021 bis zum 30.01.2022 im Museum Schnütgen in Köln Gelegenheit. Weitere Informationen finden Sie } hier.

Abbildung:
Plakat zu Ausstellung "Von Frauenhand. Mittelalterliche Handschriften aus Kölner Sammlungen"
© Museum Schnütgen

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