TABAKRAU(S)CH an der Elbe. Geschichten zwischen Orient und Okzident

12.09.2020–13.12.2020

Stadtmuseum Dresden

Dem "Jahr der Industriekultur 2020" im Freistaat Sachsen widmet das Stadtmuseum Dresden in Kooperation mit dem Industriemuseum Chemnitz und der Technischen Universität Dresden die Sonderausstellung "TABAKRAU(S)CH an der Elbe". Dresden war Sitz von Industriellenverbänden, Verlagsort für Fachblätter und Zentrum des Orienttabakhandels in Mitteleuropa. Der Ausstellungsparcours nimmt sozial- und industriegeschichtliche Entwicklungen in den Blick: Verbreitung fand das Kolonialgut Tabak über Handels- und Residenzstädte mit vermögender Einwohnerschaft. 1862 wurde in Dresden die erste deutsche Zigarettenfabrik eröffnet, die Filiale einer russischen Firma mit französischem Namen im Besitz eines Baltendeutschen. Einwanderer aus dem Osmanischen Reich und Osteuropa gründeten mehrere Dutzend weitere Unternehmen. In der Hochindustrialisierung, als die Zigarette zum Massenkonsumgut wurde, war die Hauptstadt des ersten deutschen Industriestaats Sachsen die Tabakmetropole des Reichs: 1910 kamen drei Viertel der deutschen Tabaksteuer aus Dresden. Der berühmteste Reklamebau in Europa war die im Stil einer Moschee erbaute hochmoderne Zigarettenfabrik Yenidze – die ersten gläserne Fabrik der Welt.
Von den herausragenden Plakatgestaltern (Fritz Rehm, Willy Petzold, Ilse Lagerfeld) und der Boehner-Film AG gingen wichtige Impulse für die Werbekunst der Moderne aus.


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