Sammeln mit Stil. Caroline Murat, Ludwig I. und die Antike

08.07.2026–17.01.2027

Staatliche Antikensammlungen München

Die Sonderausstellung „Sammeln mit Stil. Caroline Murat, Ludwig I. und die Antike“ widmet sich dem Ankauf der Antikensammlung der Gräfin Lipona vor genau 200 Jahren und rückt zwei bedeutende Persönlichkeiten des frühen 19. Jahrhunderts in den Mittelpunkt: Caroline Murat und Ludwig I. von Bayern.

Im März 1826 unterzeichnete Leo von Klenze im Auftrag König Ludwigs I. einen Vertrag, der den Erwerb der Sammlung regelte. Hinter dem Namen „Gräfin Lipona“ verbarg sich Caroline Murat, die jüngste Schwester Napoleons. Als Königin von Neapel (1808–1815) engagierte sie sich intensiv für archäologische Entdeckungen in ihrem Herrschaftsgebiet. Sie ließ Funde aus Pompeji und der Region um Neapel zusammentragen und initiierte selbst Ausgrabungen. Auf diese Weise entstand in ihren Gemächern im königlichen Schloss von Neapel nach und nach ein privates Antikenmuseum.

Auch Ludwig I. teilte diese Begeisterung für die Antike. Bereits als Kronprinz bereiste er Italien und war tief beeindruckt von den dortigen Kunstschätzen. Sein Ziel war es, die Faszination antiker Kunst auch nördlich der Alpen erlebbar zu machen. Caroline Murat und Ludwig I. begegneten sich mehrfach persönlich, unter anderem 1806 in München sowie später in Paris, wo Ludwig häufig den Louvre besuchte.

Nach dem Sturz Napoleons verlor Caroline Murat 1815 ihr Königreich. Sie floh mit Teilen ihrer Sammlung in habsburgisches Gebiet und lebte fortan als Gräfin von Lipona. Finanzielle Schwierigkeiten zwangen sie jedoch, ihre Kunstwerke schrittweise zu verkaufen. So gelangte Ludwig I. schließlich ein Jahr nach seiner Thronbesteigung in den Besitz der bedeutenden Antikensammlung, die bis heute in München bewahrt wird.

Die Ausstellung beleuchtet diese historische Konstellation und nähert sich den beiden leidenschaftlichen Sammlern aus unterschiedlichen Perspektiven: Caroline Murat steht als Begründerin der Sammlung im Zentrum, während Ludwig I. vor allem als ihr Erwerber in Erscheinung tritt.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

Abbildung: Plakat zur Ausstellung © Staatliche Antikensammlungen München

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