Reisen mit William Turner

15.01.2012–09.04.2012

Kunsthaus Apolda Avantgarde

Joseph Mallord William Turner (1775-1851) war nicht nur der Vorzeigemaler Englands in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, sondern zählte schon zu seinen Lebzeiten zu den bedeutendsten Malern europäischer Landschaftsmalerei. Die Faszination der Landschaften, der Naturgewalten des Meeres und der Bergwelt, die er in seinem Atelier in Ölgemälden und Aquarellen thematisierte, beruhte auf seinen mitgebrachten Reiseskizzen. Mit dem Einsatz eines neuen Mediums, des Mezzotintos, sorgte er ab 1806 für eine Neudefinition der bis dahin in der Rangordnung der bildenden Kunst unten angesiedelten Landschaftsmalerei. In Anlehnung an sein französisches Vorbild Claude Lorrain, der im Liber Veritatis Landschaftsmotive idyllischen Inhalts veröffentlichte, gab Turner zwischen 1807 bis 1809 von seinen Radierungen 71 Blätter heraus. In diesem Mappenwerk, das er Liber Studiorum nannte, tauchten Motive auf, die er auf seinen zahlreichen Reisen in England und auf dem Kontinent in seinen Skizzenbüchern festgehalten hatte. Das Liber Studiorum spielt in Turners Gesamtwerk eine zentrale Rolle, da es seine Landschaftsidee visualisierte und eine unerschöpfliche Motivquelle für ihn selbst und ihm nachfolgende Landschaftsmaler wurde.

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