Das Georg Kolbe Museum widmet ab Anfang April der Künstlerin Marlow Moss (1889–1958) eine umfassende Ausstellung und rückt damit erstmals ihr skulpturales Werk in Deutschland in den Mittelpunkt. Die Konstruktivistin gehörte zu den prägenden Stimmen der abstrakten Avantgarde und entwickelte eine eigenständige künstlerische Sprache an der Schnittstelle von Malerei und Skulptur.
Charakteristisch für ihr Schaffen sind klare geometrische Strukturen, rhythmische Kompositionen und der experimentelle Einsatz der Doppellinie, mit denen sie neue Vorstellungen von Raum und Ordnung untersuchte. Trotz ihrer Bedeutung blieb ihr Werk lange wenig beachtet, nicht zuletzt infolge von Exil, Verlusten zahlreicher Arbeiten und gesellschaftlicher Ausgrenzung.
Die Ausstellung vereint erstmals die erhaltenen Skulpturen und ergänzt sie durch Gemälde, Zeichnungen, Fotografien sowie Archivmaterial, die Leben und Werk der Künstlerin umfassend beleuchten. Beiträge zeitgenössischer Künstler*innen treten dabei in einen offenen Austausch mit den Arbeiten der Künstlerin und schlagen eine Brücke zwischen historischer Avantgarde und aktueller Kunstproduktion.