Prehns Bilderparadies

20.05.2021–20.08.2021

Historisches Museum Frankfurt

Der Konditormeister Johann Valentin Prehn (1749–1821) nimmt unter den Frankfurter Kunstsammler*innen einen besonderen Platz ein: Sein Miniaturkabinett mit über 850 kleinformatigen Gemälden des 15. bis 19. Jahrhunderts in 32 Klappkästen ist ein einzigartiges kunst- und sammlungsgeschichtliches Zeugnis.
Seit 2010 erstellt das Historische Museum Frankfurt in einem von mehreren Stiftungen geförderten Projekt einen Bestandskatalog dieser Sammlung. Die Ergebnisse des Projektes werden in einer Online-Datenbank, einem gedruckten Auswahlkatalog und einer Sonderausstellung im Rahmen der „Sammler und Stifter“ vorgestellt.
 
Die Sammlung des Johann Valentin Prehn (1749-1821) könnte man als eine der typischen Universalsammlungen verbuchen, wie sie in Frankfurt viele wohlhabende Patrizier, Bankiers, Kaufleute und Mitglieder der Bildungselite besaßen, enthielt sie doch neben Kunstwerken auch Naturalien, ethnologische Objekte, Kuriositäten und eine entsprechende Bibliothek. Aber bei Prehn liegt der Fall anders. Zum einen gehörte er als Konditor dem Handwerkerstand an, und zum anderen wies seine Sammlung eine Besonderheit auf: Prehn hatte in 32 hölzernen Klappkästen über 800 kleinformatige Gemälde zusammengetragen, eine Gemäldegalerie en miniature gleichsam. Eine vergleichbare Kollektion hat es in Deutschland vermutlich kein zweites Mal gegeben; sie ist allein schon deshalb ein bedeutendes sammlungs- und geschmacksgeschichtliches Zeugnis. Aber das „Kleine Kabinett“ Prehns enthält auch bedeutende Gemälde; das berühmteste ist das um 1410/1420 entstandene Paradiesgärtlein eines Oberrheinischen Meisters (als Dauerleihgabe im Städel).
 
 

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