MISSION RIMINI. Material, Geschichte, Restaurierung

03.11.2021–24.04.2022

Skulpturensammlung der Städtischen Galerie Liebieghaus, Frankfurt am Main

Im Rahmen der von der Ernst von Siemens Kunststiftung } unterstützten Initiative „Kunst auf Lager“ (2014-2018) wurde der sog. Rimini-Altar aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts aufwändig und auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher und technologischer Kenntnisse für die Skulpturensammlung der Städtischen Galerie Liebieghaus restauriert. Das Museum zeigt nun in der Ausstellung „Mission Rimini. Material, Geschichte, Restaurierung“, die vom 3. November 2021 bis zum 24. April 2022 zu sehen sein wird, anschaulich und nachvollziehbar die spannenden Untersuchungs- und spektakulären Restaurierungsergebnisse.

Damit stellt das Haus erneut seine führende wissenschaftliche Bedeutung in der Polychromie- und Materialforschung unter Beweis und setzt neue Standards. Denn um das weltberühmte aus Alabaster gefertigte Skulpturenensemble zu restaurieren, wurde eigens ein neues und von Naturwissenschaftler*innen geprüftes Restaurierungskonzept erarbeitet, das nun eine vollkommen schadensfreie Restaurierung des empfindlichen Materials ermöglicht. Alabaster ist nämlich als eine kristalline Form des Gipses wasserlöslich und hitzeempfindlich sowie gleichermaßen druck- und bruchempfindlich. Damit ist die Restaurierung von Alabaster-Werken äußerts komplex und die meisten der konventionellen Restaurierungsverfahren scheiden weitgehend aus. Die Ausstellung zeigt auch, welche konservatorischen Fehler in der Vergangenheit am Rimini-Altar gemacht wurden und wie man diese dank des neuen Konzeptes beheben konnte.

So herausfordernd Alabaster jedoch in seiner restauratorischen wie bildhauerischen Behandlung ist, so eröffnete dieses ungewöhnliche Material für die Künstler*innen in der Vergangenheit auch neue Gestaltungsspielräume. An den aus der Kirche Santa Maria delle Grazie in Rimini-Covignano stammenden Skulpturen des Altars, die wegen ihrer äußerst hohen künstlerischen Qualität zu den weltweit bedeutsamsten Alabasterbildwerken zählen, sieht man, wie filigran und nuanciert man mit diesem kristallinen Mineral arbeiten kann. Und aufgrund seiner meist edlen, weißen Tönung, dem feinen Adernetz und seiner Transluzenz verfügt Alabaster über eine faszinierende ästhetische Wirkung. Auch diese wurde beim Rimini-Altar mithilfe eines neuen Verfahrens mit moderner Lasertechnik wiederhergestellt. Und so erscheint das Ensemble nun wieder mit authentischem Ausdruck – ein faszinierender Anblick, für den allein ein Besuch der Ausstellung lohnt!

Mehr Informationen  zur Ausstellung finden Sie } hier.

Abbildung:
Cover Ausstellungskatalog mit Detail aus dem Kreuzigungsaltar aus Rimini (um 1430) vom Meister des Rimini-Altars
© Städtischen Galerie Liebieghaus

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