Lady Hamilton. Eros und Attitüde

05.06.2016–18.09.2016

Kulturstiftung Dessau-Wörlitz

Lady Hamilton – ein Name, der viele Assoziationen weckt. Berühmt als Performance-Künstlerin, Erfinderin der Attitüden, vielfach porträtiert von Künstlern aller Nationalitäten. Aus einfachen Verhältnissen stammend, gelang ihr als Geliebte und spätere Gattin des britischen Botschafters Sir William Hamilton ein kometenhafter Aufstieg im Neapel der Bourbonen-Könige. Mag es sich auch zunächst von Emmas Seite aus um eine Vernunftehe gehandelt haben, so war sie ihrem Ehemann doch später zärtlich zugetan – bis zu dem Moment, als Admiral Horatio Nelson in ihr Leben trat. Hamilton duldete das Verhältnis, doch hinterließ er sie mittellos. So fiel sie aus Ruhm und Reichtum in das soziale Abseits und starb schließlich einsam in Calais.

Doch wie sah Lady Hamilton aus? Friedrich Rehbergs Umrissradierungen sorgten neben Tischbeins Gemälden für die weite Verbreitung von Emma Hamiltons Ruhm auch in Deutschland. Sie zeigten jedoch nicht die Frau, die sie wirklich war, sondern ihre Verwandlung in antike Statuen. Tatsächlich existieren keine Porträts der Lady Hamilton in privatem Rahmen – sie verschwand gänzlich hinter der Kunstfigur, in die sie sich verwandelt hatte, ein Spiegel des Kunstideals ihrer Epoche.

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