Ferdinand Hodler und die Berliner Moderne

10.09.2021–17.01.2022

Berlinische Galerie, Berlin

„Die Berliner würden von Hodler sagen, dass es ihm an ‚Jemüt’ nicht fehle.“, so der Kommentar eines zeitgenössischen Kritikers über Ferdinand Hodler. Nach nunmehr fast vierzig Jahren dürfen sich die Berliner*innen und alle Berliner Gäste nun darüber freuen, sich in der Berlinischen Galerie ein eigenes Bild über Hodlers Bilder machen zu können. Etwa 50 von ihnen werden vom 10. September 2021 bis zum 17. Januar 2022 zusammen mit Werken von Künstler*innen zu sehen sein, die während Hodlers Zeit in Berlin mit ihm gemeinsam ausgestellt hatten. Damit konzentriert sich die Ausstellung erstmals auf die Werke in Hodlers Oeuvre oder deren Varianten, die in Berlin und von hier aus die Moderne zu Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt haben.

Der heute neben Paul Cézanne, Vincent van Gogh oder Edvard Munch als internationale Schlüsselfigur der Moderne geltende Ferdinand Hodler zeigte seinerzeit nicht nur früh ein großes künstlerisches Talent, sondern auch ein gutes Gespür für die Karriere. Im Streben nach internationaler Anerkennung zog es den in der Schweiz bereits erfolgreichen Künstler in die europäischen Kunstzentren – so auch in das ab 1900 zur Kunstmetropole aufsteigende Berlin. Der von Hodlers ‚Skandalbild‘ „Die Nacht“ beeindruckte Max Liebermann gewann ihn bald für die Berliner Secession und Hodler wiederum sah in der Künstlergruppe die geeignete Plattform, das deutsche Publikum für sich zu gewinnen. Beinahe jedes Jahr stellte Hodler sodann ab 1899 bis zum Ersten Weltkrieg in der Preußischen Hauptstadt aus und erlangte seine angestrebte internationale Anerkennung als Künstler.

Vor diesem Hintergrund erscheint es beinahe hinfällig zu erwähnen, dass Hodler großen Einfluss sowohl auf den Berliner Expressionismus als auch auf die Durchsetzung der internationalen Moderne in Berlin nahm. Und dennoch ist dies bisher kaum bekannt. Der Berlinischen Galerie ist in Kooperation mit dem Kunstmuseum Bern, aus dessen Bestand allein 30 Werke des Schweizers stammen, zu danken, durch die Ausstellung „Ferdinand Hodler und die Berliner Moderne“ diese Lücke nun zu schließen.

Informationen zum Besuch der u.a. von der Ernst von Siemens Kunststiftung unterstützten Ausstellung finden Sie } hier.

Abbildung:
Plakat zu Ausstellung "Ferdinand Hodler und die Berliner Moderne" in der Berlinischen Galerie
Ferdinand Hodler, Der Frühling, 1900–1901, 102,5 x 129,5 cm, Museum Folkwang Essen (Ausschnitt)
© Berlinische Galerie

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