Die Nacht berührt die Erde. Fritz Winters Kosmos der 1930er und 1940er Jahre

09.10.2026–21.02.2027

Pinakothek der Moderne, München

Fritz Winter, Schüler von Paul Klee und Wassily Kandinsky am Bauhaus, wurde ab 1933 aus dem deutschen Ausstellungsbetrieb verdrängt und galt ab 1937 als „entartet“. Im Zweiten Weltkrieg diente er an der Ostfront. Winters Werk steht exemplarisch für ein Künstlerschicksal unter der Diktatur und wirft Fragen nach dem Privileg des Überlebenden, nach kollektiver Schuld und nach den Bedingungen eines Neuanfangs auf.

Die Ausstellung „Die Nacht berührt die Erde. Fritz Winters Kosmos der 1930er und 40er Jahre“ zeigt, wie Winter zunächst in den 1930er Jahren in zunehmender Isolation kristalline und biomorphe Formenwelten entwickelte. Archaische Zeichen verband er dabei mit den Bildern der modernen Naturwissenschaften, etwa Röntgen-, Mikroskop- und Teleskopaufnahmen. Gleichzeitig stellt die Schau seine Kriegszeichnungen den Blättern der „Triebkräften der Erde“ gegenüber, die 1944 nach einer Kriegsverletzung entstanden. Die Serie feiert die elementaren Kräfte der Natur und wurde nach dem Krieg als Metapher für die Überwindung des Nationalsozialismus gelesen. Gewürdigt wird auch Winters Ehefrau Margarete Schreiber-Rüffer, die seine künstlerische Rehabilitation während seiner Kriegsgefangenschaft bis 1949 vorantrieb.

Abbildung: Plakat der Ausstellung © Pinakothek der Moderne, München.

Zurück