Die Blauen Reiterinnen
23.10.2026–21.02.2027
Museum Wiesbaden
Eine Besonderheit der Künstlergruppe „Blauer Reiter“ liegt darin, dass für die damalige Zeit außergewöhnlich viele Frauen aktiv an ihr mitwirkten. Erstaunlicherweise wurde dieses Thema bislang in keiner umfassenden Ausstellung aufgearbeitet. Mit der Ausstellung „Die Blauen Reiterinnen“ im Museum Wiesbaden wird diese Lücke nun gefüllt. Ihren Titel verdankt die Schau einem Brief von Else Lasker-Schüler an Marianne von Werefkin, die den Begriff bereits 1913 prägte. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie diese Künstlerinnen Rollenbilder und Geschlechterverhältnisse erlebten und sich in den Netzwerken behaupteten, in denen sie sich bewegten.
Gezeigt werden Werke von acht Künstlerinnen, die an mindestens einer der drei Ausstellungen der „Neuen Künstlervereinigung München“ (1909–1911) oder an einer der beiden Präsentationen des „Blauen Reiters“ (1911 und 1912) beteiligt waren. Im Zentrum stehen die beiden bekanntesten unter ihnen: Marianne von Werefkin, von August Macke einst als „die eigentliche Seele“ der NKVM gewürdigt, sowie Gabriele Münter, die von allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern mit 48 gezeigten Arbeiten die meisten Werke präsentieren konnte. Daneben widmet sich die Ausstellung auch heute weitgehend unbekannten Malerinnen wie Emmi Dresler oder Carla Pohle, die damit erstmals seit langer Zeit wieder museale Beachtung finden.
Ein besonderer Fokus liegt zudem auf den internationalen Verbindungen der Künstlerinnen, vor allem zwischen Moskau, München und Paris. Bereits vor der Gründung der NKVM hatte Marianne von Werefkin in der Giselastraße einen Salon ins Leben gerufen, der für regen künstlerischen Austausch bekannt war. Über die aus dem russischen Kaiserreich stammenden Künstlerinnen Elisabeth Epstein und Olga Meerson entstand außerdem ein Kontakt zu Sonja Delaunay-Terk.
Weitere Informationen über die Ausstellung finden Sie hier.
Abbildung: Marianne von Werefkin, Der Tänzer Alexander Sacharoff, 1909,
Fondazione Marianne Werefkin, Museo Comunale d’Arte Moderna, Ascona.
Plakat zur Ausstellung © Museum Wiesbaden.