Behind his glasses – Von Skizzen, Vorlagen und Zuses Konstruktion der Welt

03.03.2024–05.05.2024

Zuse-Computer-Museum

Konrad Zuse war ein Mensch, der sowohl in der Welt der Technik als auch der Kunst große Spuren hinterlassen hat. Als Ingenieur gelang es ihm den ersten funktionsfähigen Computer der Weltgeschichte zu konstruieren und im Folgenden dafür auch die erste Programmiersprache den „Plankalkül“ zu entwickeln. Während beim Z3 Relaistechnik zum Einsatz kam, nutzte er beim Vorgängermodell Metallbleche, die die Aufgabe von Relais übernahmen.

Auch den Bereich der technischen Miniaturisierung betrachtete er 1957 als einer der ersten, daraus resultierte die Idee, der sich selbst reproduzierenden Systeme, als Maschinen, die in der Lage sind, sich selbst zu kopieren und dabei jede Kopie auf die Hälfte der vormaligen Größe zu reduzieren. Mit einer ähnlichen 1959 geäußerten Idee gilt der Physiknobelpreisträgers Richard Feynman heute als Wegbereiter der Nanotechnik.

Die kreative Herangehensweise an Probleme und das Finden neuer Wege und Ideen begleitete Zuse also Zeit seines Lebens. Für die Visualisierung seiner oben beschriebenen Ideen nutzte er das Mittel der Skizze als auch die Umsetzung als Zeichnung oder Malerei. Er verknüpfte auf diese Art und Weise also die Fähigkeit komplexe und zum Teil stark abstrakte Theorien schriftlich zu fixieren und diesen in seinen Malereien ein Erscheinungsbild zu geben. Gleichsam als Inspiration von Innen entstanden dadurch Bildwerke wie „Evolution“.

Die Sonderausstellung nimmt vor diesen Hintergründen das künstlerische Schaffen Zuses ins Blickfeld, indem sie sich der Fragestellung widmet, welche Einflussfaktoren künstlerischen Niederschlag fanden. Dafür gilt es eine Differenzierung zwischen externer Inspiration z.B. durch künstlerische Vorbilder und regionale Eigenheiten und der Inspiration von Innen durch die Beschäftigung mit theoretischer Informatik, Physik, Mathematik und Rechentechnik vorzunehmen. Geschichten und Hintergründe zu seinen Kunstwerken und deren Entstehung sollen die Besucher in die Gedankenwelt und die kreativen Prozesse von Konrad Zuse einbeziehen.

Dank der Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung konnte Zuses originale Kunstbibliothek vor ein paar Jahren in den Bestand des Musums überführt werden.

 

Mehr Information zur Ausstellung finden Sie unter Zuse-Computer-Museum.

Abbildung: Faltblatt zur Ausstellung

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