Workshop der Kunsthalle Bremen: Erforschung der Technik des Chiaroscuro-Holzschnitts
Im Rahmen eines von der Ernst von Siemens Kunststiftung geförderten Forschungs- und Katalogisierungsprojekts fand Anfang November ein Workshop zum Chiaroscuro-Holzschnitt in der Kunsthalle Bremen statt. Anders als bei klassischen Schwarz-Weiß-Holzschnitten zeichnet sich diese um 1500 entwickelte, technisch anspruchsvolle Form des Holzschnitts durch den Einsatz mehrerer übereinander gedruckter Holzstöcke und Farben aus und ermöglicht eine außergewöhnliche Tiefenwirkung.
Ausgangspunkt war die bedeutende Sammlung des Kupferstichkabinetts der Kunsthalle Bremen, die rund 250 Chiaroscuro-Holzschnitte umfasst, welche im 19. Jahrhundert von Bremer Sammlern wie Melchior Hermann Segelken (1814-1885) zusammengetragen wurden. Zwei Tage lang diskutierten sechs internationale Expertinnen und Experten neue Forschungsansätze, insbesondere zu offenen Fragen der Zuschreibung und zu materialtechnischen Untersuchungen von Papier und Druckfarben. Die gemeinsame Arbeit an den Originalen bot dabei die seltene Gelegenheit, bestehende Thesen direkt am Objekt zu überprüfen.
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Abbildung: Eine Gruppe internationaler Wissenschaftler*innen diskutiert die Chiaroscuro-Holzschnitte im Kupferstichkabinett der Kunsthalle (Foto: Dr. Maria Aresin)