Juan de Arellano, Blumenstillleben, um 1670

Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Gemäldegalerie Alte Meister

Die von Blumen überbordenden Stillleben des Juan de Arellano sind stark am niederländischen Geschmack orientiert, der in den spanischen Sammlungen durch die Werke aus den spanischen Niederlanden gut vertreten war. In der offenen Malweise und der Gliederung der reifen Werke nimmt Arellano zusätzlich Anregungen aus Italien und von den nach Spanien importierten Arbeiten des Mario Nuzzi auf. Vom Erfolg Arellanos zeugt, dass er mitten im Zentrum von Madrid einen florierenden Werkstattbetrieb mit Verkaufsgeschäft aufbauen konnte.

Obwohl Arellano von Sammlern noch heute sehr geschätzt wird, war er in deutschen Museen bis zur Erwerbung dieses Stilllebens für die Dresdner Gemäldegalerie nicht vertreten. Es zählt zu einer kleinen Gruppe in Form und Format ähnlicher Bilder, die Arellano um 1670 malte. Auf diesen seinen vielleicht charakteristischsten Schöpfungen wuchern die Blumen aus Körben hervor, die ihrerseits auf wenig definierten Steinblöcken ruhen. Obwohl sie in der Natur nicht alle zur selben Zeit blühen, werden die Tulpen, Nelken, Rosen, Narzissen oder Schneebälle jeweils im Moment ihrer höchsten Blüte gezeigt. Bei den leuchtenden Farben der Blüten liegt der Grundakzent jeweils auf Rot und Weiß, ergänzt durch kostbares Blau und etwas Gelb. Einige Pflanzen sind im Dienste der Gesamtwirkung ornamental verfremdet, alles scheint von einer einheitlichen, dynamischen Bewegung ergriffen. Schon die Wahl des Korbes statt einer Vase unterstreicht die Künstlichkeit des Arrangements.

Prof. Dr. Harald Marx / Dr. Matthias Weniger