Adolf von Hildebrand, Bildnisbüste Werner von Siemens'

Neuen Pinakothek, München

Adolf von Hildebrand (1847-1921), dessen Nachlass sich im Besitz der Neuen Pinakothek, München, befindet, schuf kurz vor dessen Tod eine Bildnisbüste von Werner von Siemens (1816-1892). Diese Büste wurde zunächst in Marmor ausgeführt. Vermutlich erst nach dem Tod von Werner von Siemens, aber noch in der letzten Dekade des 19. Jahrhunderts, entstand eine nicht genau bekannte, aber wohl größere Zahl von Bronzegüssen.

Die erworbene Büste gehört zu den besterhaltenen ihrer Art. Nicht nur, dass der Guss fehlerfrei ausgeführt wurde; auch die dunkelbraune Patina sucht unter den bekannten Bronzefassungen der Porträtbüste ihresgleichen. Zudem ist auch ein offenbar zeitgenössischer Sockel erhalten geblieben, der aus schwarzem Marmor mit leichter, heller Äderung besteht; er trägt als Inschrift in Versalien den Namen des Porträtierten.

Die Neue Pinakothek besitzt zwar die größte Zahl von Werken Hildebrands überhaupt; meist handelt es sich dabei um Bozzetti und Entwürfe für die verschiedenen großen Projekte Hildebrands. Die ausgeführten Arbeiten sind jedoch im Nachlass vergleichsweise wenig vertreten; so befindet sich auch keine Fassung dieses Bildnisses im Besitz der Neuen Pinakothek. Die Erwerbung kam auf Initiative der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen zustande; die Büste wurde in den bereits bestehenden Bestand der Kunstwerke eingegliedert, die den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen / Neue Pinakothek bereits von der Ernst von Siemens Kunststiftung als Leihgaben zur Verfügung gestellt wurden. Da die Hinzunahme der Büste jedoch in erster Linie unter dem Gesichtspunkt der Sammlungs- und Bestandserweiterung erfolgte, eine permanente Aufstellung in den Räumen der Neuen Pinakothek jedoch in absehbarer Zeit nicht beabsichtigt ist, wurde ihre Aufstellung im Konferenz- und Schulungszentrum der Siemens AG in Feldafing angeregt. Sie wird dort ab dem Sommer 2006 zu sehen sein.

Prof. Dr. Reinhold Baumstark